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Barrierefreiheit für blinde und sehbehinderte Menschen 06. Juni 2012

„Endlich alleine in die Klinik!“
Die TILAK hat gemeinsam mit dem Tiroler Blinden- und Sehbehinderten-Verband (TBSV) ein in Europa bis dato einzigartiges Orientierungssystem für das Klinikgelände in Innsbruck entwickelt. Kontrastreiche INFO-Tafeln mit übergroßen Umgebungsplänen und Sprachansagen sowie ein durchdachtes Leitliniensystem geben Menschen Orientierung und Sicherheit.

Vom Haupteingang des Medizinzentrums in der Anichstraße führen Leitlinien am Boden direkt hinein in den Mikrokosmos des Landeskrankenhauses-Universitätskliniken Innsbruck. Sämtliche markanten Punkte im Gelände sind mit INFO-Tafeln ausgestattet, die die BesucherInnen an das gewünschte Ziel leiten. Augenmerk liegt dabei auf der durchdachten Orientierungsstrategie: blinde und hochgradig sehbehinderte BesucherInnen können sich mit den Angaben der Sprachausgabe zum gewünschten Ziel auf dem Gelände bewegen und finden mit Hilfe der Ansagen auch wieder den Weg hinaus.

Selbständigkeit für blinde und sehbehinderte Menschen

„Durch das Leitliniensystem und die INFO-Tafeln in regelmäßigen Abständen können sich blinde und sehbehinderte Menschen selbständig im Klinik-Areal bewegen. Für sehbehinderte Menschen wurden zudem die Tafeln möglichst kontrastreich gestaltet und alle Eingänge der verschiedenen Klinikgebäude mit auffälligen Beklebungen sichtbar gemacht,“ erzählt TBSV-Verkehrsreferent Dietmar Graff, der bei der Entwicklung maßgeblich involviert war.

Das gewählte Farbschema für die INFO-Tafeln in dezenten Gelbtönen kombiniert mit schwarzer Schrift sorgen für ideale Sehverhältnisse bei Tag und auch bei Nacht. Die Informationen, die auch mehrsprachig verfügbar sind, sind einfach und klar verständlich.

Nachhaltige Planung eines lebendigen Systems

Vor ungefähr vier Jahren hat die Planung des Systems für das Klinikgelände in Innsbruck begonnen. Die Bedürfnisse blinder und sehbehinderter Menschen wurden dabei von Anfang an möglichst umfassend bedacht. Dr. Hannes Moser, Projektleiter der TILAK: „Es handelt sich hier um ein lebendiges System, das bei Bedarf erweitert und adaptiert wird. Wir haben uns selbst dazu verpflichtet, über die gesetzlichen Normen hinaus Standards zu erfüllen und für zukünftige Projekte auch zu setzten. Die Benutzbarkeit – nicht nur für blinde und sehbehinderte Menschen – steht im Mittelpunkt.“

Tag der Sehbehinderung

Der 6. Juni ist der Tag der Sehbehinderung. Rund um diesen Tag wird verstärkt auf die Bedürfnisse blinder und sehbehinderter Menschen aufmerksam gemacht. In Tirol sind ungefähr 2.500 Menschen betroffen, die Unterstützung beim TBSV finden.

Am Bild v.l.: Annemarie Schwab (Mitglied TBSV), Dr. Hannes Moser (Projektleitung TILAK) und Dietmar Graff (TBSV-Verkehrsreferent)

Von Sabrina Canal

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